20 Jahre nach der Wende hatte der Wilde Osten noch immer auf meine Entdeckung gewartet. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ichs bis vor Kurzem nicht mal nach Budapest geschafft hatte. Das sollte sich ändern und gemeinsam mit Evgeny bin ich 4 Wochen lang durch Ungarn, die Ukraine und Russland gefahren bis nach Kazachstan. Vor der Abreise wurden wir mit Warnungen eingedeckt: wie gefährlich die Reise sei und dass wir sicher spätestens in der Ukraine ausgeraubt und in Kazachstan zu Schaschlik verarbeitet würden. Gleich vorneweg: nichts davon ist eingetroffen. Es wurde uns nichts gestohlen oder geraubt, wir wurden nie verfolgt oder bedroht und auch nicht betrogen und hatten es fast ausschließlich mit Menschen zu tun, die uns gegenüber freundlich und interessiert waren und zum Teil nicht mal Trinkgeld nehmen wollten, so jungfräulich in Bezug auf Tourismus waren die meisten Gegenden, in die wir kamen. Hier die Highlights unserer Reise.
Budapest:
Nach 3 Stunden Zugfahrt erreichten wir Budapest und verbrachten 2 schöne Tage dort
Dann gings weiter 6 Stunden mit dem Zug nach Ostungarn, vorbei an Sonnenblumenfeldern und malerischen Bahnstationen bis nach Fehergyarmat, dessen Existenz wir schon bezweifelten, weil es in Budapest keiner kannte.
In dem ostungarischen Dörfchen Satmarczeke nahe der ukrainischen Grenze waren wir die ersten ausländischen Touristen. Unser Vermieter glaubte daher, wir müssten Millionäre sein ;-)
Wir sahen dort nicht nur viele Störche sondern auf dem Dorffriedhof seltsame Holzskulpturen, die an die Rapanui auf den Osterinseln erinnern. Jetzt wissen wir endlich, woher die Magyaren ursprünglich kamen :-)

Außer einer reformierten Kirche aus dem 16. Jahrhundert gab es dort Schafe, echte Pulis (ungarische Hirtenhunde), die erste Leninstraße unserer Reise und zwei Flüsse: Tisza und Tur, wobei uns die Tisza sympathischer war.



Auf dem Video ist vielleicht nachzuvollziehen, warum!
Aber am anderen Ufer lockte schon die Ukraine und so ging es nach drei Tagen mit dem ersten Sonnenbrand unserer Reise per Taxi, zu Fuß und per Bus weiter nach Berehove/Ukraine (siehe Wilder Osten Teil 2: Ukraine)
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